Filz - eines der ältesten Textilgewebe
Filzen ist eine der ältesten Techniken zur Herstellung von Textilien. Archäologische Funde dokumentieren den frühesten Umgang mit Filz in der frühen Steinzeit. Filz wird aus Wolle und/oder anderen Tierhaaren hergestellt. Die einzelnen Fasern der Wolle verfügen über eine schuppige Struktur, die sich beim Filzen ineinander verhaken und eine feste Verbindung entstehen lassen.
Die Eigenschaften von Filz
Filz ist temperaturbeständig, schall- und kältehemmend sowie feuchtigkeitsabweisend und wärmend. Filz ist im trockenen Zustand besonders formbeständig, im feuchten oder nassen Zustand hingegen lässt er sich sehr leicht verformen und kann in alle möglichen Formen gebracht werden. Filz kann mit einer Schere oder einem Teppichmesser geschnitten, vernäht, vernietet, gestanzt, verklebt oder verleimt werden. So entstehen viele unterschiedliche Verwendungsmöglichkeiten von Filz.
Es gibt zum Beispiel Taschen oder Kleidungsstücke wie Hüte oder Hauspantoffeln aus Filz. Aber auch Wohnaccessoires wie Teppiche, Tischsets, trendige Sitzwürfel oder hochwertige Wäschetonnen können aus Filz gefertigt werden. Und auch abseits dieser Bereiche wird Filz aufgrund seiner besonderen Eigenschaften verwendet: Als Dämmmaterial, Dichtung oder beim Schleifen und Polieren.
So entsteht Filz
Bei der Herstellung von Filz wird zwischen Nassfilzen und Trockenfilzen unterschieden. Beim Nassfilzen werden die Wollfasern oder Tierhaare durch das Hinzufügen von Seifenwasser, Wärme und Druck verarbeitet.
Die Seifenlauge und die Wärme begünstigen dabei das Aufstellen der Faserschuppen. Durch das Reiben und den Druck verkeilen sich die Schuppen und es entsteht ein zusammenhängender Stoff. Je nach Anforderung werden die Filze heutzutage gefärbt und veredelt. Eigenschaften wie etwa wasserabweisend, verrottungsfest oder antistatisch werten die Filze für ihre verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten auf.
Beim Trockenfilzen hingegen werden die trockenen Fasern mit speziellen Filznadeln verarbeitet. Sie werden übereinandergelegt und untereinander verknotet. Eine Filznadel besitzt Widerhaken, die bei der Herstellung in die Faserschicht gestochen werden. Dadurch verbinden sich die Fasern zu einem Textilgewebe. Trockenfilz kann neben Wolle auch aus synthetischen Fasern enthalten. Beim Nassfilzen können keine synthetischen Fasern verwendet werden, da ihre Oberfläche keine Möglichkeit bieten, sich ineinander zu verhaken.